1981 besuchte ich
die Hopis in ihrem Reservat in Arizona.
Die Hopis sind ursprünglich von den Pueblo-Indianern abstammend.
Mich faszinierte als aller erstes der stark familiäre Zusammenhalt, den sie in ihrer Gesellschaft, also über die Familie hinaus lebten.
Auch setzte ich mich viel dazu, wenn die Alten den Kindern ihre indianischen Sagen, Märchen, Urgeschichten erzählten.
Die schönste Geschichte war für mich immer die Entstehungsgeschichte der Mutter Erde, wie sie sie erzählten.
Heute scheint sie sich sogar wieder ein Stück weiter in der Realität zu erfüllen.
So wurde die Welt aus der Spinne geboren.
Das Spinnenweib ist also die Mama unserer Mutter Erde.
Gewöhnungsbedürftig für uns Erwachsene, aber Kinder können das sehr gut nachvollziehen, was ich auch immer wieder feststellte, wenn ich diese Geschichten Kindern erzählte, egal wo auf der Welt ich das jeweils tat.
Sie haben bestimmt auch schon real oder in Filmen, Büchern,... gesehen, wie die Spinne eine Kugel am Leib trägt, aus dem ihre Nachkommen schlüpfen. So ähnlich lief das ab mit der Mutter Erde, die aus der Spinne geboren wurde und auf der dieselbe Spinne dann weiter lebte. Diese Erdmama-Spinne hatte den Auftrag vom grossen Schöpfer, die Erde zu gebären.
Doch bevor das möglich war, schuf der grosse Schöpfer die fünf Urelemente. Ja fünf, denn die vier Elemente Wasser, Erde, Wind und Feuer konnten so nur in sich selbst existieren. Durch das fünfte Element, das Äther, konnten sich diese Elemente verbinden. Das war die Basis, um die planetare Erde als unsere Mutter erschaffen zu können. Nun war also die Erdmamaspinne dran mit ihrem Wirken.
Genau wie auf diesen Bildern sichtbar, spinnte dann auch die Erdmama-Spinne ihre Netze, webte sie weiter und weiter, um darin zu schweben. (Wer meine Texte gelesen hat, kennt das von den Netzen weben und darin schweben.)
Durch diese Gewebe schaffte die Erdmama-Spinne Verbindungen zu ihrer früheren Existenz, zu ihrer anderen Daseinsform, zu ihrer Vergangenheit, aber auch zu ihrer Gegenwart und Zukunft. Sie webte ununterbrochen Kontakte, Wege, Kreuzungen, Verbindungen, Abzweigungen für neue Möglichkeiten, neue Türen, die sich irgend wann zu öffnen lohnen werden.
Ihr grosser Schöpfer trug der Erdmamaspinne nun auch auf, Natur zu schaffen, Pflanzen, Blumen, Bäume, Pilze, Tiere, Insekten, Reptilien, Fische, Vögel und letztlich auch Menschen zu schaffen. Von den Menschen hatte die Spinne deren vier Arten zu erschaffen.
Dazu setzte sie sich auf ihre Kugel und schuf ein Zuckerrohr, aus dem sie weitere Kugeln gebar und zwar kam in jede Himmelsrichtung eine Menschenart hervor. Die einen waren rot, die anderen schwarz, die nächsten gelb und die letzten weiss.
Nun, die erste Welt, die die Erdmamaspinne schuf, war lange eine sehr glückliche Welt, denn alle Menschen liebten sich. Es gab keinen Neid, Hass, Zorn, keine Habgier, weil es auch kein Geld und Besitztum gab.
Doch eines Tages realisierten die verscheiden Menschen ihre Verschiedenartigkeit und es bagann der erste Wettkampf, der erste Geltungsdrang und nicht lang drauf auch der erste Streit.
Dieser Streit eskalierte immer mehr, bis eines Tages die Erdmamaspinne und der grosse Schöpfer beschliessen mussten, die Erde, die doch ein Paradies werden sollte, noch einmal neu zu erschaffen.
Um sie neu erschaffen, musste die erste Welt erst wieder abgeschafft werden und so endete der Bestand der ersten Welt durch Feuer.
Wie alles immer besser werden soll, beschlossen der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne für die zweite Welt, auch einiges zu optimieren. Dazu gehörten auch für jedes Wesen ganz spezielle Fähigkeiten, die ihnen ihr Überleben auf der neunen Erde erleichtern würden. Und die Erdmamspinne gebar die zweite Erde. Wieder bevölkerte sie sie mit Bäumen, Pilze, Pflanzen, Blumen, Tieren, Insekten, Vögeln, Reptilien, Fischen und vier Arten Menschen, die sie wiederum zu letzt aus einem Zuckerrohr aus der neu geschaffenen Erde heraus steigen liess.
Doch leider kam trotz aller Vorherkehrungen auch in der zweiten Welt, wieder unter den Menschen, Streit auf, weil sie einander Fähigkeiten neideten. Das ging so weit, dass die Mutter Erde vollkommen aus dem Gleichgewicht geriet.
Enttäuscht setzten sich der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne zusammen und beschlossen, auch diese 2. Welt noch einmal zu zerstören, um sie wiederum neu zu erschaffen. Diese zweite Welt endete durch Fluten und Eiszeit.
Auch für die dritte Welt beschlossen der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne erneute Verbesserungen, die nun hoffentlich endlich zu einem irdischen Paradies für alle Wesen führen sollten.
Wieder gebar die Erdspinnenmama eine neue Welt aus ihrem Leib, wieder mit Bäumen, Pilze, Pflanzen, Blumen, Tieren, Insekten, Vögeln, Reptilien, Fischen und vier Arten Menschen und aus einem Zuckerrohr liess sie wiederum die vier Menschenarten entsteigen.
Dieses mal boten der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne weise vorausschauend den vier Menschenarten unterschiedliche Sprarchen, damit diese sich nicht mehr so einfach zerstreiten konnten. Doch aus das nützte nichts. Wieder geriet die Mutter Erde aus allen Fugen und darum auch vollkommen aus ihrem Gleichgewicht. Alle Wasser überschwappten und die dritte Welt endete dieses mal sogar ganz ohne das Zutun des Schöpfers und der Erdmamaspinne in einer gewaltigen Flut. Alles ertrank und ging in gigantischen Wassermassen und in sich selbst unter.
Doch der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne schufen unbeirrt die vierte Welt, wieder geboren aus dem Leib der Erdmamaspinne, wieder mit Bäumen, Pilze, Pflanzen, Blumen, Tieren, Insekten, Vögeln, Reptilien, Fischen und vier Arten Menschen, die aus dem Zuckerrohr heraus steigen.
Dieses Mal war die Erdmamaspinne umgehend vor Ort, als die vier Menschenarten das Licht der paradiesischen Mutter Erde erblickten. Sie hiess alle vier Menschen umgehend, sich in eine andere Himmelsrichtung aufzumachen und sich irgendwo vor sich
zu etablieren. Leider rechneten weder der grosse Schöpfer noch die Erdspinnenmama mit so viel Mobilität der Menschen und diese lies nicht lange auf erneuten Hass, Neid, Streit, Gier und Zerstörung warten.
Diese vierte Welt zerstören dieses mal sogar die Menschen selbst in gnadenloser, gegenseitiger Zerstörung.
So weit die Geschichte der 4 Welten der Hopis, doch es sind letztlich ja sieben Welten.
Für die Hopis beginnt in naher Zukunft das fünfte Zeitalter.
Laut den Legenden, die ich dann und wann zu hören bekam, auch der Felszeichnungen soll es überall auf der Erde schlimme Zerstörung geben, Streit, Krieg, Terror, Unwetterkatastrophen, Beben, Brände und eine Zeit großer Umwälzungen beginnen.
So erzählten sie in ihren Sagen, die vierte Welt werde mit einer grossen Reinigung enden, die als Vorbereitung für den Eintritt in die fünfte Welt unvorstellbar wichtig sei.
Die große Reinigung sei gekennzeichnet durch das Auftauchen eines grossen Sternes. Dieser Stern sei blau, ein Begleiter des Sirius, den die Hopi als Hundsstern verehren. Dieser Stern, der tagsüber als eine Art zweite Sonne am Himmel sichtbar sen werde und mehrere hundert mal heller als der Morgenstern Venus strahle, abends dazu sichtbar wie ein zweiter Mond und auch heller als derselbe, der durch diesen Stern seine gewohnte Erdumlaufbahn verlieren werde.
Wir Menschen werden von einem Wohnort im Himmel über der Erde hören, der mit großem Lärm herunter fallen und als blauer Stern sichtbar für uns erscheinen werde. Kurz darauf werden die heiligen Bräuche der Hopi und die Hopi verschwinden. Der Übergang zwischen der vierten und fünften Welt werde höchst unangenehm beginnen.
Viel Streit und Kampf nach Sinnlosem, lange Verlorenem, der lange andauern werde, werde unzählige Todesopfer fordern.
Eine traurige Geschichte, doch nicht hoffnungslos, denn der grosse Schöpfer und die Erdmamaspinne planen bereits wieder an einer noch bessern Version ihres zu schaffenden Paradies...
















